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Samstag 22. 07. 22:00
Theaterhaus T2
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Ensemble ascolta
Frank Zappa Late Night
Medley:
Dog Breath / Dog Breath Variations
Big Swifty
Zoot Allures
Sinister Footwear 2nd movement
Marqueson's Chicken
Eat That Question
Medley:
Let's make the water turn black / Harry, you're a beast / Orange County lumber truck / Theme from Lumpy Gravy
Reagan at Bitburg
I was in a drum
Sofa
Black Page No.1 (drum solo)
Watermelon in Easterhay
Black Page No.2 (ensemble version)
Dauer ca. 1 Stunde, keine Pause
Was haben Edgard Varèse, Igor Strawinsky und die R+B-(rhythm- and blues-) Musik der 50er Jahre gemeinsam? Sie alle zählen zu den wichtigsten musikalischen Einflüssen auf die Musik Frank Zappas.
Während seiner Kindheit zog Zappas Familie sehr oft um, quer durch die USA, wobei sie nie lange an einem Ort blieb. Zappa, ein Sohn von Immigranten aus Sizilien, suchte Akzeptanz unter seinen Altersgenossen, indem er den Klassenclown spielte. Autodidaktisch brachte er sich zuerst das Schlagzeugspielen bei, erst mit 19 Jahren das der Gitarre. Zappa arbeitete nahezu wie ein Besessener und ernährte sich scheinbar hauptsächlich von Kaffee und Zigaretten. Er schrieb Songs über das Leben, das er erlebte: über Freunde, Freaks, Sexspielzeug, Zahnseide, er machte sich lustig über Groupies und die Hippie-Kultur und hatte keinerlei Ehrfurcht vor Politikern. Das Tonbandgerät war fast immer im Einsatz. Beinahe jede Tonaufnahme oder allgemeine Beobachtung konnte in seinem Schaffen einen Platz finden, Zappa bastelte alles zusammen, was nur passte (in diesem Punkt gleicht er etwa James Joyce) – und dabei bediente er sich souverän aller musikalischen Vorbilder, Mittel, Genres und Stile, die er vorfand: neben R+B, seinem geliebten Varèse und Strawinsky (denen er aber beiden nie persönlich begegnet ist) waren das vor allem Folksongs, Märsche, Pastiche und Persiflage, Jazz, Musiktheater, freie Improvisation, konkrete und elektronische Klänge, atonale Rockmusik in wechselnden und irregulären Metren. Er bemühte sich, jede ihm begegnende oder auferlegte Grenze zu überschreiten. So bewegte er sich quer durch alle musikalischen Genres, bis an die Grenzen der Spielbarkeit und frei über alle stilistischen Abgrenzungen – und, wie manche meinen, nicht selten über die Grenzen des guten Geschmacks – hinweg.
So ist Frank Zappa für den einen der Bürgerschreck, für den anderen ein Meister der Rockgitarre, für noch einen anderen ein Komponist mit schier unermüdlicher Energie und unerschöpflichem Erfindungsreichtum. Kurz: eine amerikanische Ikone.
Ascolta spielt eine breite Auswahl aus diesem Schaffen: Stücke aus den späten 60er Jahren mit ihrem fast volksliedhaften Charakter, die schon bei Zappa auf eine lange Aufführungstradition gründen, stehen neben Jazz- und Jazzrockstücken der 70er Jahre und den berühmten Rockstücken der 80er Jahre oder den noch relativ unbekannten, vollständig auskomponierten (aber nie ausnotierten) Synclavier-Stücken der frühen 90er Jahre.
Persönliche Verbindungen einzelner Spieler zu Zappa waren bei der Zusammenstellung insofern von Bedeutung, als die beiden Schlagzeuger von ascolta bei einer Aufnahme von Werken von Varèse unter der künstlerischen Leitung Zappas mitgewirkt haben. Alle Stücke des Programms sind von Hubert Steiner und Andrew Digby transkribiert und arrangiert.
Andrew Digby
Karten: 12 € / ermäßigt 8 € [zurück zur Übersicht]
Änderungen vorbehalten
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