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Avenir! Avenir! (2006) Musiktheater
Unter Verwendung von Texten von Samuel Beckett | Marquise de Sade | Pierre Riviere | Koran | Lieder Salomos | Marina Tsvetaeva | Jean Genet | Heiner Müller | Johann Peter Hebel | Andrei Tarkovsky | Calderon | Fabrizio de André | Michelangelo Antonioni | Johann Wolfgang von Goethe | Octavio Paz
Dror Feiler und Hamed Taheri
Regie: Hamed Taheri
Komposition: Dror Feiler
Darsteller: Eugenia Agyemang, Seyyed Madjid Bahrami, Mohammed Khorrametzadeh, Elisa Rössler
Musiker: Tommy Björk, percussion, Raymond King, cello & electric cello, Serge Bachtasarian, guitar & electronics, Lillian von Hausen, recorders & electronics, Erik Drescher - flutes & electronics
Ein Projekt der Extreme, in dem der Regisseur Hamed Taheri und der Musiker Dror Feiler den interkulturellen Dialog auf die individuelle Begegnung zuspitzen.
Beide Künstler gehören in ihren Heimatländern zu den avancierten, aber auch radikalsten Figuren. Den Theatermann und den Musiker verbindet ihre künstlerische Motivation: die Sehnsucht nach einer gerechten, freien, humanen Welt für alle Menschen, der Zorn auf herrschende Verhältnisse, eine hohe Emotionalität im künstlerischen Ausdruck, die Radikalität des künstlerischen Ansatzes.
Das Werk richtet sich an einen einzelnen Zuschauer. Es besteht aus 30 Musiktheater-Fragmenten, jedes für einen Zuschauer gespielt, pro Aufführung können also nur 30 Menschen das Stück sehen. Jeder kennt somit einen in sich geschlossenen Ausschnitt des Werkes, aber das Gesamtwerk wird nur im gemeinsamen Gedächtnis aller Zuschauer existieren – ein Kommentar des Regisseurs zum Thema Globalisierung und zugleich die extremste, intensivste und sicherlich berührendste Form der Rezeption.
Die Musiker kommen aus der europäischen Avantgardeszene, die Schauspieler sind vier Migranten aus Afghanistan, Ghana, Chile und dem Iran, die ihre individuellen, oft abenteuerlichen Lebenswege nach Stuttgart geführt haben. Ihre Erinnerung ist ebenso Thema des Werkes wie unsere Erinnerung an unsere kulturellen Wurzeln: Hamed Taheri gründet seine Texte auf dem Fundus der europäischen Geistesgeschichte. Ein hochpolitisches und zutiefst aufwühlendes Werk, in dem die Einzigartigkeit jedes Individuums im Zentrum steht.
Uraufführung: Stuttgart 19. 07. 2006

Foto: Roberto Bulgrin
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