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GLOBAL INTERPLAY

Ein interkulturelles Spiel für junge Komponisten aus fünf Kulturkreisen
ÄGYPTEN - CHINA - DEUTSCHLAND - GHANA - USA

Neben der Präsentation neuester künstlerischer Projekte und Technologien steht im World New Music Festival 2006 insbesondere die interkulturelle Zusammenarbeit von Künstlern unterschiedlichster Nationen im Vordergrund.

Das Thema »Grenzenlos« evoziert die Fragen, aber auch die Chancen, mit denen junge Künstler in der globalisierten Welt auf allen Kontinenten und in allen Kulturen konfrontiert sind. Unterschiedliche ästhetische Positionen werden im Festival aufeinanderprallen und neue künstlerische Konzepte provozieren. Als internationales »Event« auf höchstem Niveau soll das Festival die Bedeutung unterstreichen, die künstlerische Reflexion für die Zukunft unserer Gesellschaft hat. Damit wird auch die Aufgabe formuliert, die der Kunst und den Kunstschaffenden in dieser Zeit von Globalisierung und Gesellschaftswandel zufällt.

Musik der Jahrhunderte will im Vorfeld des Festivals Komponisten und Musiker in der ganzen Welt anregen, sich über ihr unterschiedliches künstlerisches Selbstverständnis auszutauschen.


GLOBAL INTERPLAY im World New Music Festival


Ein wichtiger Baustein ist dabei das Projekt GLOBAL INTERPLAY. Es richtet sich an angehende Komponisten aus fünf Kulturen mit den völlig unterschiedlichen Musiktraditionen der europäischen, amerikanischen, westafrikanischen, arabischen und chinesischen Welt. Das Ziel von GLOBAL INTERPLAY ist, Künstler zu einer bewussten Position innerhalb ihrer Kultur und ihrer Gesellschaft herauszufordern. Zudem soll ein lebendiger Diskurs über das zeitgenössische Kunstschaffen und über Komposition angeregt und dieser Diskurs zwischen verschiedenen Kulturen in der Welt eröffnet werden.

Das ISCM World New Music Festival wird durch GLOBAL INTERPLAY mit zahlreichen Musikkulturen konfrontiert, die sich nicht unmittelbar auf eine europäische Ästhetik beziehen. Damit soll einem gleichberechtigten »Wechselspiel« (Interplay) der Kulturen im Sinne einer »gesunden« globalisierten Welt Rechnung getragen werden.


Spielorte

GLOBAL INTERPLAY findet in Accra (Ghana), Beijing und Shanghai (China), Berlin (Deutschland), Cairo (Ägypten) und New York (USA) statt. Musik der Jahrhunderte arbeitet dabei mit der School of Performing Arts in Accra, dem Central Conservatory in Beijing, dem Institut für Neue Musik in Berlin, der Oper Cairo und der Columbia University in New York zusammen sowie mit den Goethe-Instituten vor Ort.


Zeitraum

Zwischen Mai 2005 und Juli 2006 finden zehn mehrtägige Workshops statt. Wir gehen davon aus, dass die Teilnehmer auch außerhalb der Workshops in Kontakt untereinander stehen und ihren Diskurs miteinander fortführen.


Teams und Teamchefs

In jeder dieser Metropolen wird ein Team von bis zu acht jungen Kompositionsstudenten oder kreativen Musikern zwischen ca. 20 und 25 Jahren gegründet.
Jedes Team hat eine Mentorin oder einen Mentor:
Prof. Kwabena Nketia, Dr. Zabana Kongo (Ghana) in Accra
Prof. Wenchen Qin (China/Deutschland) in Beijing und Prof. Shirui Zhu (China/Deutschland) in Shanghai
Prof. Walter Zimmermann (Deutschland) in Berlin
Amr Okba (Ägypten/Österreich) in Cairo
Marcelo Toledo (Argentinien/USA) in New York.


Workshops und Diskurse

Play: In den Workshops werden Kompositionsverfahren analysiert und ästhetische Kriterien diskutiert. Die eigene Musiktradition wird dabei ebenso unter die Lupe genommen wie die Traditionen, in denen die anderen vier Teams verwurzelt sind. Dazu gehört die Analyse von Partituren, das gemeinsamen Hören ausgewählter Werke und das Interpretieren eigener Kompositionen wie auch das Experimentieren mit verschiedenen Medien.

Interplay: Im Zentrum der Workshops steht die Reflexion. Aus der Auseinandersetzung mit Fragen der kulturellen Identität entwickeln die Teilnehmer einen Diskurs über ihren Anspruch, den sie als junge angehende Künstler an ihre Gesellschaft haben - und an sich selbst als Teil der Gesellschaft. Im Austausch mit den Teilnehmern der anderen Teams werden dabei Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur Sprache kommen, Grenzen festgestellt, gemeinsame künstlerische Strategien entwickelt oder Visionen für die Zukunft formuliert.


Experten und Teamkonferenzen

Jedes Team hat mindestens einen »Experten« für jede der anderen vier Kulturen. Die Experten werden in besonderem Kontakt zueinander stehen. An jedem Spielort findet im Verlauf des GLOBAL INTERPLAY eine mehrtägige Teamkonferenz statt, zu der jeweils die Experten der anderen Teams eingeladen werden.


Kompositionswettbewerb

Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer beteiligt sich mit einer individuellen Arbeit an einem Wettbewerb, wobei neben Partituren auch Sound- und Videocollagen, Installationen oder Performance Art zugelassen sind. Es ist erwünscht, dass die Werke den interkulturellen Dialog künstlerisch reflektieren, wobei die Art der Reflexion den Einzelnen völlig frei überlassen ist. Koproduktionen mit Kollegen aus dem eigenen Team sowie aus den anderen Teams sind möglich.

Die Juroren des Wettbewerbs sind die Mentoren der Teams, wobei diese sich jeweils bei den eigenen Studenten der Stimme enthalten. Aus jedem Team wird mindestens ein Gewinnerprojekt ermittelt, dessen Arbeit im World New Music Festival präsentiert werden wird. Insgesamt werden acht Gewinnerprojekte beim Festival selbst vorgestellt.



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